Das Branchenmagazin „MusikWoche“ berichtete am 28. Oktober 2005 über den Verkauf des Erdenklang Musikverlags sowie der Labels Erdenklang und CCn’C an DA Music.
Foto: Ulrich Rützel (r.) mit Frau Julia und DA-Chef Rainer Koppermann
Erdenklang und der dazugehörige Musikverlag (Erdenklang Musikverlag Ulrich Rützel) wurden im Oktober 1981 von Ulrich Rützel in Hamburg gegründet. Die bemerkenswerte technologische Entwicklung von Musikcomputern in den 1970er und 1980er Jahren (etwa des Fairlight) eröffnete spannende neue Möglichkeiten für Sounddesign und Computerästhetik; computerakustische Musik wurde zur Philosophie von Erdenklang.
In den für die spätere Entwicklung entscheidenden Anfangsjahren 1979 und 1980 verantworteten Ulrich Rützel und Hubert Bognermayr sowohl große Teile des Linzer Festival-Programms als auch dessen weltweite PR.
Dieses Eventmanagement zu einem Zeitpunkt, als der Begriff noch lange nicht in Mode war, hatte in Kombination mit der Musikproduzenten-Tätigkeit Rützels nachhaltige Folgen für die Entwicklung der elektronisch basierten Musik. Bereits 1979 beim „Grand Price of Ars Electronica“ wurde der von Peter Vogel in Australien entwickelte Fairlight Musikcomputer erstmals einem größeren internationalen Publikum vorgeführt. Dieses aufwändige (8-Bit-)Rechenmaschine brachte als wesentliche Neuerung die Sampling-Methode hervor, die alle Klänge unserer Welt in einen Computer speichern konnte und sie mittels der Tastatur jederzeit nicht nur einfach abrufbar machte, sondern sie auf jede gewünschte Tonhöhe bringen konnte und formbar machte.
Im Januar 1982 erschien dann auf dem eigens für diese Art von Musik von Ulrich Rützel in Hamburg gegründeten Erdenklang-Label und -Verlag das Album „Erdenklang Computerakustische Klangsinfonie“ der Komponisten Hubert Bognermayr und Harald Zuschrader. In ihren Linernotes zu diesem Album vermerkte Wendy Carlos: „Erdenklang darf nicht mehr ausschließlich als technische, sondern muss weitgehend als musikalische Errungenschaft betrachtet werden. Etwas, worum die elektronische Musik, seit es sie gibt, kämpft.“[9]
Die 1983 erschienene „Bergpredigt – Oratorium für Musikcomputer und Stimmen“ der Komponisten Hubert Bognermayr und Harald Zuschrader verfestigte diese musikhistorische Entwicklung und stellt bis heute einen Meilenstein in der Computermusik dar.
Ebenso bedeutsam war das von Ulrich Rützel initiierte und vom WDR Köln am 25. April 1987 veranstaltete Konzert „Million Bits in Concert“ mit den Elektronik-Musikern Hubert Bognermayr, Harald Zuschrader, Johannes Schmoelling, Kristian Schultze und Matthias Thurow. Hier kamen erstmals verschiedene Computersysteme wie z. B. Fairlight CMI oder PPG Wave in einem Livekonzert zum Einsatz. Auch Mike Oldfield ließ sich von Bognermayr und Zuschrader in diese Technologie einführen und ging mit dem Fairlight CMI und Harald Zuschrader auf Tournee.
Ulrich Rützel öffnete sein anfangs lediglich auf elektronische Musik fokussiertes Labelprogramm bald einer Synthese mit globalen Musikströmungen: Eine Cross-Culture-Musik entstand, die einerseits fast immer auch etwas mit Elektronik zu tun hatte, aber andererseits – von der Biographie Rützels geprägt – aus dem Reichtum der Klassik, des Jazz, des Folk- und ethnischer sowie der mittelalterlichen Musik schöpfte.
Die bekanntesten Aufnahmen auf dem Erdenklang Label waren die mit Hubert Bognermayr und Harald Zuschrader bzw. später deren Blue Chip Orchestra, mit Johannes Schmoelling (ehemals Tangerine Dream), mit der Gruppe Tri Atma, mit Bernward Koch, Erlend Krauser, Michael Hoppé, Irén Lovász, Peeter Vähi, Kirile Loo, die Produktionen mit dem Ensemble Vox (mit Vladimir Ivanoff), das – beeinflusst von Rützel – erstmals Elektronik und mittelalterliche Musik zusammenbrachten. In diese Zeit fielen auch die Veröffentlichungen des Trautonium-Erbauers und -spielers Oskar Sala.
1998 gegründete Rützel das Label CCn’C (Classical, CrossCulture and Contemporary Music), das zahlreiche Schallplattenpreise gewann, unter anderem mit Aufnahmen von Kristjan Järvi und seinem Absolute Ensemble, dem Turtle Island String Quartet, Lee Johnson, Tatiana Grindenko, Mikhail Chekalin, mit dem Ensemble Opus Posth., dem Hulu Project u. v. m.
Nach einer schweren Erkrankung verkaufte er 2005 sämtliche Labels sowie seinen Musikverlag an DA Music.
Quelle: https://de.wikipedia.org
Weitere Infos zu unseren Künstlern und Veröffentlichungen finden Sie unter da-music.de
Lorem ipsum dolor sit amet
Administrative Anfragen und Katalogauswertungen werden von EINSTEIN Musikverlag beantwortet und umgesetzt.
Copyright © 2026 Maren Musikverlag | Datenschutz | Impressum
We use cookies to improve your experience on our site. By using our site, you consent to cookies.
Manage your cookie preferences below:
Essential cookies enable basic functions and are necessary for the proper function of the website.
These cookies are needed for adding comments on this website.
These cookies are used for managing login functionality on this website.